Anna Deparnay-Grunenberg: „Die langen Trockenperioden sorgen dafür, dass die Waldbrandsaison länger dauert und auch die Anzahl der Tage steigt, an denen eine hohe oder sehr hohe Waldbrandgefahr besteht. Gleichzeitig entsteht ein Waldbrand bei uns in den seltensten Fällen von allein.“
Aus der "Schwäbische Zeitung" am 18. August 2026
Von Jens Schmitz
Vertreterinnen der Landtags-Grünen in Baden-Württemberg fordern, die NINAWarn-App des Bundes um eine Anzeige der Waldbrandgefahr zu erweitern.
STUTTGART – „NINA soll nicht erst informieren, wenn es brennt“, sagte die Sprecherin für Waldpolitik, Martina Braun, unserer Redaktion. „Sie soll schon vorher anzeigen, wie hoch die Waldbrandgefahr an einem Standort ist, und bei hoher Gefahr konkrete Hinweise direkt aufs Handy schicken.“Nach der Sommerpause soll es einen Vorstoß bei der Bundesregierung geben.
Die Abkürzung NINA steht für die „Notfall-Informations- und Nachrichten-App“des Bundes. Sie verbreitet Warnmeldungen des Bevölkerungsschutzes für unterschiedliche Gefahrenlagen, darunter auch Großbrände. Nutzer können die App auf Ihrem Smartphone installieren und Gebiete und Orte abonnieren, für die sie gewarnt werden möchten. Neben einem Warnbereich der Polizei sind Wetterwarnungen und Hochwasserinformationen integriert.
„Die NINA Warn-App informiert über akute Gefahrenlagen“, sagte Braun. „Da ist es nur folgerichtig, auch Hinweise und Warnungen zur Waldbrandgefahr aufzunehmen.“Die App würde dann nicht nur auf ein bestehendes Feuer hinweisen, sondern auch dazu beitragen, dass ein Brand gar nicht erst entstehe. Spaziergänger etwa würden informiert, wenn in ihrer Region eine hohe Gefahrenstufe bestehe, und erhielten entsprechende Hinweise: kein Feuer machen, die Hauptwege nicht verlassen, das Auto nicht auf trockenem Gras abstellen und Zufahrten für Einsatzfahrzeuge freihalten.
„In Baden-Württemberg haben Teile des Landes bereits Ende April die höchste Waldbrandgefahrenstufe 5 erreicht“, erklärte die Naturschutz-Sprecherin der Grünen-Fraktion, Anna Deparnay-Grunenberg. „Die langen Trockenperioden sorgen dafür, dass die Waldbrandsaison länger dauert und auch die Anzahl der Tage steigt, an denen eine hohe oder sehr hohe Waldbrandgefahr besteht. Gleichzeitig entsteht ein Waldbrand bei uns in den seltensten Fällen von allein.“
Entsprechende Verhaltenstipps erreichten aber nicht alle Menschen. Dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zufolge hat NINA bundesweit aktuell gut 14 Millionen Nutzer.