Im Staatsanzeiger von Brigitte Johanna Henkel-Waidhofer
"Anna Deparnay-Grunenberg hat politisch schon viele Stationen durchlaufen vom Stuttgarter Gemeinderat über das Europaparlament bis in den Landtag. Als neue Vorsitzende des Umweltausschusses will die Grünen-Politikerin nun Natur- und Klimaschutz enger zusammendenken und dabei ihre vielfältige politische Erfahrung einbringen.
Ihr Weg in den Landtag über die Kommunal- und Europapolitik war ein verschlungener, doch an der Spitze des Umweltausschusses ist Anna Deparnay-Grunenberg (Grüne) als neue Vorsitzende sofort angekommen. „Unsere Partei hält die Parität hoch“, sagt die Forst- und Umweltwissenschaftlerin, die auf vielfältige Erfahrung zurückblickt.
Von Stuttgart über Brüssel in den Landtag
Sie saß von 2009 bis 2019 im Stuttgarter Gemeinderat, stieg dort bis zur Fraktionschefin auf und war von 2019 bis 2024 im Europaparlament. Und sie griff zu, als der langjährige Grüne-Landtagsabgeordnete Reinhold Pix 2026 im Wahlkreis Breisgau nicht mehr antreten wollte. Bei der Kandidatenkür im Kreisverband wurde sie mit 54 von 54 Stimmen gewählt. Das Direktmandat verloren die Grünen jedoch – auch angesichts des neuen Wahlrechts – wie schon 2016 und 2021 an die CDU. Denn bei der Zweitstimme hatte Deparnay-Grunenberg die Nase vorne.
Drei Pässe und europäische Wurzeln
Geboren wurde die Tochter einer Französin und eines Deutsch-Schweizers in Berlin, zur Schule ging sie in den ersten Jahren in Zentralfrankreich, studiert hat sie unter anderem in Freiburg. Zum 18. Geburtstag verlor sie – ohne ihr Wissen – die französische Staatsbürgerschaft, weil sie im Ausland mit ausländischem Vater geboren wurde. Inzwischen hat sie drei Pässe, den Schweizer, den französischen und den deutschen.
Baden-Württemberg ist mittlerweile ihr Lebensmittelpunkt. Die Mutter dreier Kinder, die Deutsch, Französisch, Englisch und Spanisch spricht, lebt in Stuttgart und pendelt nach Freiburg, wo ihre beiden Töchter studieren. „Die Neugierde auf Neues“ beschreibt Deparnay-Grunenberg als eine hervorstechende Eigenschaft.
Naturschutz und Klima zusammendenken
Zum Amtsantritt als Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, wie das Gremium offiziell heißt, hat sie ein Zeichen gesetzt und alle Mitglieder ins Naturkundemuseum eingeladen. „Die knappe Haushaltslage zwingt uns, Naturschutz und Klima eng verzahnt zu denken“, stellt sie fest und beschreibt sich als Fan des natürlichen Klimaschutzes. Denn: „Unsere Wälder, Moore, Wiesen und Agrarlandschaften sind zugleich Opfer des Klimawandels und wichtige Verbündete im Kampf gegen ihn, sie speichern Kohlenstoff, regulieren den Wasserhaushalt, schützen Böden und sind Lebensraum.“
Im Wald neue Energie tanken Manchmal, wenn sie eine Pause braucht, geht sie in den Wald und lässt „das nichtmenschliche Leben“ an sich heran. Dann taucht sie ein „ins gesamte Ökosystem“ und tankt Energie. Im sicheren Wissen, dass sie die brauchen wird, im Kampf gegen die Erderwärmung."
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